3.1 Erläuterungen zur Methode "Objektentwurfstechnik" (OBJE)


Hinweise zur Identifikation

Die Objektentwurfstechnik (OBJE) hat ihre Wurzeln in den Arbeiten von Booch (1983, 1987) und Buhr (1984). Sie wurde später um Gesichtspunkte wie Hierarchiebildung, Spezifikation von Triggertypen und unterschiedlichen Objekttypen etc. erweitert. Eine geschlossene Beschreibung wurde hierfür dann in / ESA, 89 / unter der Bezeichnung "Hierarchical Object Oriented Design (HOOD)" festgelegt.

Die Definition gemäß / ESA, 89 / wurde deshalb ausgewählt, weil hier eine präzise und kompakte Beschreibung (S. 1-12) der für den angestrebten Einsatzzweck (Aktivität SE 4-SW "SW-Grobentwurf") wesentlichen Charakteristika gegeben ist, einschließlich des Aspekts der Anwendung der Methode für "realzeitorientierte Systeme mit nebenläufigen Prozessen" (siehe Fußnote 21 in Abschnitt 3.5 des Hauptteils der Methodenzuordnung).


Anmerkungen zum Ada-Bezug der Methode

Die Methode ist gemäß ihren Ursprüngen an den Grundkonzepten der Sprache Ada orientiert. Die Darstellung der SW-Architektur bildet den Kern der Beschreibung bei den angegebenen Seiten 1 bis 12 aus / ESA, 89 /. Der Bezug auf Ada als Programmiersprache kommt erst ab S. 13 in / ESA, 89 / zum Ausdruck ("textuelle Formalismen"). Dieser Teil ist für die Methoden-Zuordnung (Aktivität SE 4-SW "SW-Grobentwurf") nicht notwendig und ist deshalb aus der Identifikation/Definition der Methode im Hauptteil der Methodenzuordnung ausgeklammert. Erst bei der nachfolgenden Aktivität SE 5-SW "SW-Feinentwurf" werden textuelle Spezifikationen in Form der Methode PCODE gefordert, welche als sprachneutral, also nicht Ada-spezifisch definiert ist.

Es ist also auch bei Projekten mit anderen Zielsprachen als Ada ein Entwurf der SW-Architektur gemäß OBJE adäquat, sofern es sich um ein Realzeitsystem mit nebenläufigen Prozessen handelt. Ein nachfolgender Feinentwurf und eine Implementierung in einer anderen Programmiersprache als Ada hat dann die angegebene SW-Architektur entsprechend abzubilden.